Archiv für August 2012

Solidarität mit den Menschen aus OA7

diskursiv erklärt sich erneut solidarisch mit den Leuten aus dem Haus-Projekt der Oberen Austraße 7. Das Projekt war eine Bereicherung für das politische und kulturelle Leben, offen für alle und vor allem für marginalisierte und finanziell schwächer gestellte Menschen.

Wir verurteilen die Räumung! Die Begründungen von Stadt und Stadtwerken betrachten wir als vorgeschobene Ausreden. die „Legalisierungsmöglichkeiten“ für das Projekt wurden von Seiten der Stadt nicht ausgeschöpft. Das zeigt den fehlenden Willen der Stadt zur Kooperation, im Gegensatz zu den Menschen aus der Oberen Austraße 7. Im Gegenteil: Durch Erteilung des Strafantrags wurde v.S.d. Stadtwerke auf die heutige fatale „Lösung“ hingewirkt. Tatsächlich fehlt es der Stadtverwaltung an Willen und offensichtlich auch an Mut, sich mit einer in dieser Stadt mittlerweile stark präsenten kritischen Masse auseinander zu setzen. Während Sondergenehmigungen aller Art für gewinnbringende Unternehmungen in dieser Stadt an der Tagesordnung sind (wie sich gerade bei den aktuell vorverlegten(!) Verhandlungen zum Zollhafen zeigt *), stehen die Ohren auf Durchzug bei einem Projekt wie der Oberen Austraße 7, wo die Stadt bei Verzicht auf eine Räumung ganze 100.000 Euro ** hätte sparen können.

Schade für die Stadt, denn die lauter werdende Kritik hat nun erst angefangen!

Siehe auch: Rede zur Freiraumdemo am 25.8.2012

* siehe hier
** Angabe aus der Mainzer Rhein Zeitung

Rede von Diskursiv auf der „Freiräume verteidigen!“– Demo

Hallo Mainz, liebe Stadtverwaltung!
Drei Wochen ist es her, dass wir auf der Nachttanzdemo auf die problematischen Mainzer Verhältnisse hingewiesen haben. Von den leuchtenden Lichteffekten zur Untermalung der Demo scheint die Stadt und Presse allerding so irritiert gewesen zu sein, dass unser Anliegen nicht verstanden wurde. Deswegen sind wir heute extra nochmal hier (am Rathaus) vorbeigekommen um es noch einmal zu erklären.

Wir sind nicht gegen eine Verbesserung der Lebensverhältnisse. Wir sind sind auch nicht dagegen, wenn Häuser oder ganze Stadtteile renoviert werden.
Aber, wir sind dagegen, wenn das dazu führt, dass diese Verschönerung des Lebens nur für jene gilt, die es sich leisten können. Und schlimmer noch wenn es zu einer Verschlechterung für diejenigen führt, die es sich nicht leisten können. Die steigenden Mieten in der Neustadt stehen unter anderem im Zusammenhang mit dem Luxusausbau des Zollhafens, wo neben der Kunsthalle eine Sportbootanlegestelle und ein Weinzentrum gebaut werden. Wer soll diesen Wein eigentlich trinken? Diese Entwicklungen führen zur Vertreibung von finanziell schwächer Gestellten aus dem Zentrum der Stadt und drängen sie noch weiter ins Abseits. Alternative und kostenfreie Freizeitgetaltung, wie die Bunte Liga oder das Nutzen des Winterhafens als Erholungsraum, wird immer schwerer realisierbar.
Räumlichkeiten für eigenständig gestartete politische oder kulturelle Initiativen sind von Seiten der Stadt offensichtlich nicht erwünscht – was sich am Ausgang der Gespräche der Stadt mit dem Neutorschulen-Bündnis zeigte. Die wenigen weiteren Projektve wie zum Beispiel das Haus Mainusch sind nach wie vor in Gefahr.

Dieser Entwicklung wollen wir etwas entgegensetzen. Wir nehmen uns unser Recht auf die Stadt. Wir fordern und nehmen uns die Freiräume, die wir brauchen, um wenigstens zeitweise und hoffentlich irgendwann ganz und gar den kapitalistischen Verhältnissen zu entkommen. Diese Verhältnisse bestehen für uns aus Konsumzwang und der Vorrangstellung der Wirtschaft vor den Menschen.
So haben wir die scheinbar himmelschreiende Dreistigkeit besessen, ein verkommenes, leeres, seit Jahren ungenutzes Haus in unattraktiver Stadtlage zu beziehen. Wir sind dabei, es wieder in Stand zu setzen und haben dafür gesorgt, dass es ein Raum ist, der für alle zur freien Entfaltung offen ist, der zum Lernen und sich frei Ausprobieren genutzt werden kann und genutzt wird.

Neben den Beteuerungen von allen Seiten, wie gut und wichtig ein solches politisches und kulturelles Projekt, wie die Obere Austraße 7 für Mainz sei, soll diesem nun ein Ende gesetzt werden. Die Begründung lautet: die Art und Weise des Einzugs sei ein „illegaler Akt“ gewesen. Angeblich haben wir uns nicht an die demokratischen Spielregeln gehalten. Angeblich haben wir Eigentumsrechte verletzt.

Wessen demokratische Spielregeln?
Entschuldigung, aber ein Nein von einem mit nur 33% Wahlbeteiligung legitimierten Oberbürgermeister können wir wirklich nicht für voll nehmen.
Wessen Eigentumsrechte?
Das Recht der Stadtwerke auf ein vergilbtes Blatt Papier? Das Recht der Stadtwerke auf ein Haus, dass die Stadtwerke selbst verfallen lassen – während in Mainz Wohnungsmangel besteht.

Liebe Stadtverwaltung! Ihr habt immer noch nicht verstanden worum es uns geht!
Eure Antworten und Lösungsvorschläge zeigen dies deutlich.
Eure Kulturdezernentin Grosse hat einen Arbeitskreis zur Suche nach Räumlichkeiten für Projekte wie das unsere eingerichtet. In diesem Arbeitskreis sitzen der Unternehmer-Verein City-Management. Dieser wirbt auf seiner Homepage damit, dass sie die Innenstadt konsumfreundlicher machen wollen, indem sie in Weihnachtsbeleuchtung und einen einheitlichen Staßenbelag in der Innenstadt investieren. Das finanzieren sie übrigens zu einem Drittel aus städtischen Geldern – während die Stadt für so unwichtige Dinge sozialen Wohnungsbau nichts übrig hat.

Die SPD brüstet sich damit, sich für die Umwandlung der Komißbrotbäckerei in der Rheinalle einzusetzen. Schön. Seit Jahren tut sich hier nichts. Da das Gelände dem Bund gehört, kann man hier die Verantwortung wunderbar zur Seite schieben. Dazu ist noch völlig offen zu was das Gelände denn dann irgendwann einmal umgebaut werden soll. In der Presse ist nämlich nichts von einem sozio-kulturellem Zentrum zu lesen, sondern von einer Gesamtschule.

Haltlose Begründungen von Seiten der Stadtwerke bezüglich der Einsturzgefahr und Baufälligkeit, die widerlegt wurden, zeigen uns, dass man sich hier nicht um unsere Sicherheit sorgt, sondern, das Ausreden gesucht werden. Dass nämlich das freie Entstehen eines sozialen Zentrums wie der Oberen Austraße von Seiten der Stadt nicht gewünscht ist. Dies traut sich nur niemand auszusprechen.

Liebe Stadt, Herr Ebling, Frau Grosse und Co.

Wir lassen uns nicht verarschen, wir lassen uns nicht hinhalten. Wir bleiben in der Oberen Austraße, und wenn ihr meint uns räumen zu müssen, dann gehen wir eben wo anders hin.
Leerstehende und ungenutzte Häuser gibt es in dieser Stadt genug.


Auch toll! Die Diskursiv Rede bei der Nachtanzdemo 2012!

Bici-maquinas „Strom“ mit dem Fahrrad – Workshop. Vortrag. Film.

Planänderung: Bici-maquinas Vortrag
schon diesen Sonntag (19.8.)

um 19 Uhr in der Oberen Austraße 7

Weil der Workshop zeitlich etwas knapp bemessen ist, hat Draks, der
Aktivist aus Mexiko, darum gebeten, dass wir uns schon am Abend vor dem
Workshop (also diesen Sonntag) treffen. Er wird dann einen kleinen
Vortrag darüber halten, wie sein Projekt in Oaxaca, La Cacita, dazu kam
die Bicimaquinas zu bauen, welche Bedeutung sie in dieser Region haben
und dazu auch einen kleinen Filmausschnitt zeigen. Anschließend werden
wir besprechen, wie wir in den folgenden Tagen selber den Fahrrad-Mixer
bauen werden.

Also, wenn ihr zum Workshop am Montag kommen möchtet, wärs praktisch,
wenn ihr auch am Sonntag schon Zeit habt und vorbei schaut. Wer nicht
zum Workshop will/kann, aber trotzdem den Vortrag hören möchte, ist
natürlich auch eingeladen am Sonntag zu kommen.

Nächste Woche kommt uns Drax, ein Aktivist aus Oaxaca, Mexico besuchen. Er macht eine Rundreise durch Deutschland um über die Arbeit des Kollektivs La Cacita zu berichten. Die bauen in Gemeinden mit den Leuten vor Ort sog. Bici-maquinas, Fahrräder mit denen kleine Maschinchen betrieben werden können, was den Lebensalltag sehr erleichtert. Er wird aber auch von den Kämpfen vor Ort berichten, gegen Mega-Projekte wie Windparks, an denen gerade auch Deutschland und deutsche Unternehmen beteiligt sind.

Es gibt einen Workshop/Vortrag um eine solche Bici-Maquina mit Mixer zu bauen. Treffen ist Mo. 20.8. um 11 Uhr am Uni Bike (Uni-Campus, Jakob-Welder Weg zwischen Wohnheim und Musik-Hochschule) (bei schlechtem Wetter Umzug in den Mainusch Anbau). Drax wird einleitend erst mal von seiner Arbeit und der Situation in Mexiko berichten, danach vorstellen wie wir den Fahrrad-Mixer bauen, dann geht es gegen Mittag-Nachmittag mit dem Material vorbereiten, Schweißen, Bauen los. Material ist vorhanden (mit Dank ans Uni-Bike). Der Workshop geht drei Tage, bis zum 22.8. Über Uhrzeiten können wir uns am Montag nochmal unterhalten, wenn wir wissen wie viele Leute (mit welchen Arbeitszeiten) wir sind. Wir kümmern uns um kleine Snacks für Zwischendurch, aber freuen uns auch über mitgebrachte Salate, Brote, etc. Damit wir ein bisschen planen können, freuen wir uns, wenn ihr euch unverbindlich meldet bei: bici-maquinas-mainz@riseup.net

Am Mi. 22.8. 20 Uhr zeigen wir im der Oberen Austraße 7 den Film „die Kraft der Schmetterlinge“, der Bericht einer Reise durch Zentralamerika, in welchem verschiedene Kämpfe und Widerstände, Organisationen und Kollektive vorgestellt werden. Eines davon ist La Cacita. (Falls es Raumänderungen gibt, werden die hier auf der Homepage bekannt gegeben)

diskursiv erklärt sich solidarisch mit der Oberen Austraße 7

“Träume brauchen Freiräume – Solidarität mit der Oberen Austraße 7″

Die Mainzer Stadtplanung will kaufkräftige Inverstor_innen und konsumorientierte, angepasste Kund_innen anlocken. Alternativen werden ausgeschlossen. Denn andere Lebensformen, unkommerzielle Zentren und Freiflächen werfen kaum Gewinn ab und stören den reibungslosen Güterfluss.

In der Oberen Austraße 7 wurde am vergangenen Freitag ein Gegenentwurf zur unternehmerischen Stadtgestaltung geschaffen. Wir von der Hochschulgruppe diskursiv machen seit langem auf das Fehlen von gewinnunabhängigen Zentren und bezahlbarem Wohnraum in Mainz aufmerksam. Deshalb befürworten wir die Schaffung von Freiraum zur Förderung politischer, sozialer und kultureller Initiativen und solidarisieren uns mit dem neu entstandenen Projekt.

Freiraum freigemacht – Außstraße 7 ist besetzt

Am Rande der Nachttanzdemo wurde am Freitag abend ein leerstehendes Haus im städtischen Besitz von einigen Menschen übernommen.

In der Außstraße 7 soll ein freier Raum für Alle entstehen. Mehr Infos dazu in dem Selbstverständnis der Besetzer_innen.

diskursiv trifft sich heute abend zum Plenum um 20 Uhr in der Außstraße 7

Haus Mainusch

Wir unterstützen den Aufruf vom Haus Mainusch.

Das Haus Mainusch muss bleiben! (mehr…)