diskursiv ::: theoretisch - aktionsorientiert ::: http://diskursiv.blogsport.de Sun, 02 Mar 2014 16:32:49 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Somos viento – der Wind sind wir http://diskursiv.blogsport.de/2014/03/02/somos-viento-der-wind-sind-wir/ http://diskursiv.blogsport.de/2014/03/02/somos-viento-der-wind-sind-wir/#comments Sun, 02 Mar 2014 16:14:05 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2014/03/02/somos-viento-der-wind-sind-wir/ Sonntag 9.3. 19 Uhr Haus Mainusch

Flyer vorne
Flyer hinten

Die Regisseure vom Dokumentarfilm „Somos Viento – Der Wind sind wir“ sind in der nächsten Zeit unterwegs auf Rundreise um den Film vorzustellen und mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Es geht dabei um den Isthmus von Tehuantepec, die engste Stelle Mexikos zwischen den zwei Ozeanen – eine besonders windige Region. Dort versuchen schon seit einiger Zeit verschiedene Konzerne größere Windparks zu bauen, was ihnen vielfach auch schon gelungen ist. Wenn man in der Gegend unterwegs ist, fährt man deshalb teils an riesigen „Wäldern“ von Windrädern vorbei.
Den Firmen ist es häufig ein Leichtes ihre Bauvorhaben umzusetzen. Dabei versprechen sie der lokalen Bevölkerung (wie so oft wenn es um ähnliche Problematiken geht) Vorteile wie beispielsweise Arbeitsplätze.
Jedoch regt sich auch Widerstand gegen diese Form der Megaprojekte, vor allem von Seiten indigener Bevölkerungsgruppen, welche in Versammlungen organisiert gegen die Konzerne vorgehen. Sie fordern die Achtung ihres Rechts auf vorherige, freie und informierte Anhörung, welches indigenen Gruppen laut von Mexiko unterzeichneten internationalen Übereinkommen zusteht. Diese Konsultierung findet jedoch so gut wie nie statt und die betreffenden Personen werden nicht gefragt, ob sie den Bauvorhaben auf ihren (in Urkunden als Gemeinschaftsbesitz festgelegten, jedoch de facto nicht als solcher anerkannten) Ländereien zustimmen.
Im Isthmus von Tehuantepec spielt vor allem die Fischerei eine gewichtige Rolle für die Ernährung. Die Windparks, die teilweise unmittelbar an der Küste gebaut werden, stellen nicht nur für die Ernährungssouveränität der Anwohner*innen eine Gefahr dar (bspw. durch unterirdischen Lärm, welcher Fische von der Küste vertreibt), sondern auch für das Ökosystem (wenn z.B. Zugvögel in die Rotorblätter geraten).

Das klingt alles erst einmal ziemlich weit weg, so als ob es kaum eine Verbindung zu uns gäbe. Aber auf den zweiten Blick erkennt man im Anliegen der Asambleas im Isthmus von Tehuantepec einige Parallelen zu beispielsweise demjenigen der Recht auf Stadt- oder der Häuser-Bewegung: dem Eintreten für Selbstbestimmung, gegen kapitalistische Interessen, für die Verteidigung eines gemeinsam genutzten Raums, welcher unverkäuflich ist und allen gemeinsam gehört.
Die Windkraft-Gegner*innen im Isthmus sind nicht nur mit den Zapatistas in Chiapas, auch mit anderen solidarischen Personen weltweit vernetzt. Sie können für uns ein interessantes Beispiel für selbstorganisierten Widerstand jenseits des Zapatismus sein.
Nicht zuletzt ist auch die Debatte um Windkraft, die generell als “nachhaltige” alternative Energie gepriesen wird, im Kontext der Situation im Isthmus von Tehuantepec spannend, um einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Der Film gibt vor allem den betroffenen Anwohner*innen eine Stimme, und versucht die Wirkungsweisen des sogenannten “grünen Kapitalismus” nachzuvollziehen.
Solltet ihr am Sonntag nicht können aber trotzdem interessiert sein, habt ihr ja vielleicht am Samstag davor Zeit, da sind die Regisseure im Wiesbadener Infoladen (08.03.14, 19h).

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Refugees welcome! – Demo am Hbf Mainz – 08. Februar 2014, 16 Uhr http://diskursiv.blogsport.de/2014/02/04/refugees-welcome-demo-am-hbf-mainz-08-februar-2014-16-uhr/ http://diskursiv.blogsport.de/2014/02/04/refugees-welcome-demo-am-hbf-mainz-08-februar-2014-16-uhr/#comments Tue, 04 Feb 2014 13:00:40 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2014/02/04/refugees-welcome-demo-am-hbf-mainz-08-februar-2014-16-uhr/ Refugees welcome!

Rassismus raus aus Köpfen und Ämtern

Als Reaktion auf die rassistische Mobilmachung gegen Asylbewerber_innenheime und die europäische Abschiebepolitik wollen wir hier in Mainz als Demonstration, Bündnis und Einzelpersonen wie vielerorts in Deutschland ein Zeichen der Solidarität setzen.

Die derzeitige Situation der Geflüchteten in Europa ist geprägt durch Kriminalisierung und Abschottung. Abgelehnte Asylbewerber_innen werden in die Illegalität getrieben und Tausende Flüchtlinge sterben an den EU-Außengrenzen, z. B. im Mittelmeer vor Lampedusa oder am griechischen Grenzfluss Evros.

In vielen Städten haben sich Bürger_innenbewegungen und Bürger_inneninitiativen gegründet, um gegen die Unterbringung der Geflüchteten zu protestieren und Bedrohungsängste vor den konstruierten Fremden in der Gesellschaft zu schüren. Doch hierbei bleibt es vielerorts nicht. So haben bereits verschiedene Angriffe auf Asylbewerber_innenunterkünfte stattgefunden, die letzten Anschläge in Schneeberg und Wohratal beschwören geradezu die Assoziation mit der Pogromstimmung Anfang der 90er Jahre herauf.

Diese sogenannten Unterkünfte oder auch Lager stellen sich zumeist als alte Schulen oder Kasernen heraus, welche nur notdürftig renoviert als Übergangslösung herhalten sollen. Die Geflüchteten müssen dort auf engstem Raum ausharren. In den meisten Fällen werden diese jedoch zum Dauerzustand. Weder Bund noch Kommunen haben offenbar ein Interesse daran, mehr Aufmerksamkeit und Geld für die Bedürfnisse der Geflüchteten aufzubringen. Die Geflüchteten selbst haben keine rechtliche Grundlage und wenig Möglichkeiten, sich Gehör zu verschaffen. Dies ist wichtig, da die Unterbringung und Behandlung in den Sammelunterkünften der Asylbewerber_innen häufig menschenverachtend ist. Durch die beengten Verhältnisse führen Beschäftigungslosigkeit und eventuelle Traumata der Flucht in den Unterkünften häufig zu Konflikten. Die gängige Praxis, Asylsuchende an entlegene Orte zu schaffen, verhindert zusätzlich, dass sich andere Menschen mit den Geflüchteten solidarisieren, sich mit ihnen anfreunden und ihnen ein Leben ohne Anfeindungen und Isolation ermöglichen. Stattdessen ist es vielleicht ein gewünschter, zumindest aber geduldeter Nebeneffekt, dass die Bevölkerung vor Ort nur die möglichen Probleme sieht, sich gegen die Heimbewohner_innen wendet und im schlimmsten Fall sogar Angriffe verübt.

Auch in Mainz fanden Unterschriftenaktionen gegen die Unterbringung von Geflüchteten statt. Eine solche Aktion verhinderte die Unterbringung im Hotel Waldhorn und auch die Öffnung des SPAZ Gebäudes in Bretzenheim bot Anlass für Diskussionen und Widerwillen von Seiten der Anwohner_innen. Gründe hierfür boten vor allem die Angst und die Vorurteile gegenüber der Anwesenheit der Geflüchteten in der Nachbarschaft. Es überwiegen Vorstellungen von Armutskriminalität und randalierenden, beschäftigungslosen Jugendlichen. Dabei hätte die Stadt diesen Vorurteilen durch Aufklärungsarbeit zuvor kommen können. Beim Beispiel des SPAZ wurden Vorstellungen von Gewalt, Drogenmissbrauch und einer Abwertung der Immobilienpreise durch eine Aussprache über die Situation der Geflüchteten überwunden.

Leider stellen sich nicht viele Bürger_innen einer solchen Diskussion und weigern sich, ihre vorgefassten Meinungen zu hinterfragen. Bestätigung finden sie auch in den etablierten Medien, welche die negative Stimmung immer weiter anheizen. So ist die “Das Boot ist voll”-Rhetorik der beginnenden 90er Jahre schon lange wieder in den bürgerlichen Medien angekommen. Hier wird nicht nur immer wieder das menschenverachtende Bild der “Flüchtlingsströme” und -”wellen” beschworen, sondern auch der negativ besetzte Begriff des Wirtschaftsflüchtlings allzeit präsent gehalten. Dass die meisten Geflüchteten aus Krisengebieten wie Syrien kommen und dass das Überleben nur durch Flucht zu sichern war, scheint den Medien nicht genug zu sein, ihre Hetze einzustellen. Deshalb ist es wohl noch ein langer Weg, bis die Flucht vor Armut und die Suche nach einem besseren Leben auch für Nicht-Europäer_innen als Migrationsgrund akzeptiert wird.

Bis dies der Fall ist wird in Politik und Medien das Bild konstruiert, dass “Ausländer Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen” und nur nach Deutschland kommen, um “unsere Sozialsysteme auszunutzen”. Staatliche Vorgaben führen bspw. dazu, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete erschwert wird und diese somit zu einem von staatlicher Unterstützung abhängigen Leben gezwungen oder teilweise in die Kriminalität getrieben werden, was wiederum die Vorurteile bestätigt. Diese werden dann von der Polizei herangezogen, die Menschen systematisch nach Hautfarbe und kulturellen und rassistischen Stereotypen kontrolliert. Dieser von allen Teilen des Staates – Legislative, Judikative, Exekutive, Medien – aufrecht erhaltene Kreislauf unterstützt das rassistische Grundklima in der weißen, deutschen Mehrheitsgesellschaft, das tagtäglich Ausgrenzung und Rassismus produziert.

Diese unsäglichen Zustände halten schon viel zu lange an, wir können und wollen sie nicht mehr hinnehmen. Seit 2012 erkämpfen sich Geflüchtete in vielen Städten mit verschiedenen Aktionen immer mehr Autonomie.

Nun ist es auch hier an der Zeit sich solidarisch zu zeigen.

Kommt zur Demo und setzt ein Zeichen gegen den rassistischen Normalzustand und für

… die bedingungslose Abschaffung der Residenzpflicht, der Lager und Sammelunterkünfte

… das Recht auf Bildung und ein existenzsicherndes Einkommen für Alle

… die Abschaffung aller Arbeitsverbote

… einen allgemeinen, dauerhaften Abschiebe-Stopp

… Bewegungsfreiheit und Bleiberecht für Alle

Wann? 08. Februar 2014, 16 Uhr

Wo? Hauptbahnhof, Mainz

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Mut zur Wut 12 – Plakate die den Mund aufmachen! http://diskursiv.blogsport.de/2013/04/08/mut-zur-wut-12-plakate-die-den-mund-aufmachen/ http://diskursiv.blogsport.de/2013/04/08/mut-zur-wut-12-plakate-die-den-mund-aufmachen/#comments Mon, 08 Apr 2013 14:52:26 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2013/04/08/mut-zur-wut-12-plakate-die-den-mund-aufmachen/ Es ist nicht nur ein weitverbreitetes Gefühl, sondern eine Tat-
sache, dass sehr viel falsch läuft in unserer Welt. Grund genug,
den globalen Problemen mit allen zur Verfügung stehenden
Möglichkeiten Aufmerksamkeit zu verschaffen.“
Genau das erklärt der Graphikdesignwettbewerb «Mut zur Wut», der
nun schon im dritten Jahr in Folge stattfand, zu seiner Aufgabe. Teil-
nehmer aus 52 Ländern reichten über 1400 Plakate ein, aus denen
eine internationale Jury von Designern jeweils die aussagekräftigs-
ten Entwürfe auswählte. Die Siegerplakate, die zuletzt unter ande-
rem auch in der Akademie der Künste Berlin ausgestellt waren, sind
jetzt erstmals hier in Mainz zu sehen. Sie nehmen Stellung zu The-
men wie Umweltverschmutzung, Krieg, Ausbeutung oder Verletzung
von Menschenrechten, machen nachdenklich und rütteln auf.

Eröffnung 26. April:
20h Grußwort von Hr. Geis, Vorsitzender des Kulturausschusses.
20.30h: L‘aventure (Gipsy-Swing)
22h: Krikela (Feminist Poetry Punk Folk)

Danach geöffnet:

Mo –Mi 18–20h, Do–Sa 16–19h und nach Absprache. Feiertags ist
die Ausstellung geschlossen, Abendveranstaltungen finden wie
geplant statt.

www.mutzurwut.de

Auch diskursiv hält einen Vortrag:

30. April – Vortrag:
„Verschiedene Geschlechter, verschiedene Fähigkeiten, gleiche
Chancen? Zur Rechtfertigung ökonomischer Ungleichheit
durch Geschlechtskonstruktionen.“
Der Vortrag zeigt, wie angeblich „natürliche“ Eigenschaften der Ge-
schlechter zur Verschleierung ökonomischer Ungleichheit dienen.
Die Kritik angeblicher Chancengleichheit in der modernen Gesell-
schaft steht dabei im Vordergrund.
Der Referent: Christian Z. studiert Soziologie an der Uni Mainz.
Zusammen mit der Gruppe diskursiv beschäftigt er sich u.a. mit The-
men geschlechtsbedingter Ungleichheit.
Mehr zum Thema unter: http://www.woz.ch/0518/gender-konzept-in-
der-krise/die-reprivatisierung-des-geschlechts

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Protokoll der rassistischen Polizeiwillkür am 29.12.2012 in Mainz-Kastel http://diskursiv.blogsport.de/2013/01/21/protokoll-der-rassistischen-polizeiwillkuer-am-29-12-2012-in-mainz-kastel/ http://diskursiv.blogsport.de/2013/01/21/protokoll-der-rassistischen-polizeiwillkuer-am-29-12-2012-in-mainz-kastel/#comments Mon, 21 Jan 2013 20:34:36 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2013/01/21/protokoll-der-rassistischen-polizeiwillkuer-am-29-12-2012-in-mainz-kastel/ Protokoll der rassistischen Polizeiwillkür am 29.12.2012 in
Mainz-Kastel

Am 29.12.2012 um 18:00 Uhr habe ich meine Freundin und eine Begleiterin
zu einem Laden in der Mainzer Str. 34 in Mainz-Kastel gefahren. Ich habe
vor dem Laden auf sie gewartet. Währenddessen habe ich eine Gruppe von
Jugendlichen (Frauen und Männer) beobachtet, die in aufgeladener
Stimmung die Strasse herunter kamen und in den Lebensmittelladen
gegenüber hineinmarschierten. Kurz darauf haben sie den Ladenbesitzer
angegriffen. Ich stand vor dem Laden und habe es beobachtet. Nach kurzer
Zeit bin ich in den Laden gegangen und habe versucht, zwischen den
Parteien zu vermitteln. Während ich der Gruppe der Angreifer erklärte,
dass man so keine Probleme löst und sie die Polizei rufen sollten, wenn
sie Schwierigkeiten hätten, sind zwei Polizisten (eine Frau und ein
Mann) eingetroffen. Ich habe gehofft, dass die Polizei die Sache unter
Kontrolle bekommt. Ich bin dann zu meiner Freundin in den
gegenüberliegenden Laden, ungefähr 5 Meter entfernt, an die Kasse
gegangen und habe dort über die Sache berichtet. Als ich mit meiner
Freundin heraus kam, stand mir eine Polizistin gegenüber und fasste mich
an. Ich sollte stehen bleiben, sagte sie. Ich habe nicht vorgehabt
irgendwohin zu gehen, bin stehen geblieben und ihr ausgewichen. Ich habe
betont: „Sie dürfen mich nicht anfassen. Ich habe mit der Schlägerei
nichts zu tun“. In der Zwischenzeit ist ein zweiter Polizeiwagen
eingetroffen. Die Polizistin und ihre Kollegen, insgesamt nun drei
Frauen und ein Mann, sind auf mich losgegangen. Die vier Polizisten
haben mich eingekesselt und anschliessend an meinen Händen festgehalten.
Ich habe immer wieder versucht zu erklären, dass ich mit der Geschichte
nichts zu tun habe und die Polizei sich um die Schlägerbande kümmern
sollte. Mehrere Passanten und die Ladenbesitzer in der Nachbarschaft
haben diese gewalttätigen Übergriffe der Polizei beobachtet und der
Polizei deutlich gesagt, dass ich nicht in die Schlägerei verwickelt
war. Ein danebenstehender Passant, der sich als Polizist ausgab, mischte
sich in den Konflikt ein. Deswegen wurde er von einem Ladenbesitzer
beschimpft: „Sie sind betrunken, sie köِnnen sich nicht mal als Polizist
ausweisen“. Daraufhin hat die erste Polizistin, die mich vor dem Laden
angefasst hatte, ihn zur Seite genommen und kurz mit ihm geredet. Der
betrunkene Mann ist sofort verschwunden. Ich konnte nicht verstehen,
warum die Polizisten ihre Arbeit im Laden mit den Konfliktparteien nicht
erledigten und mich stattdessen festhielten. Die beiden Parteien aus dem
Lebensmittelladen haben den Polizisten deutlich gesagt, dass ich nichts
damit zu tun habe. Beide Parteien, haben anscheinend dort vor dem
Lebensmittelladen gestanden und die Geschehnisse beobachtet. Im weiteren
Verlauf sagte eine Polizistin, ich solle ruhig sitzen. Als ich mich
bückte, um mich hinzusetzen, haben mich alle vier Polizisten in
brutalster Art und Weise auf den Boden geworfen und sich mit ihrem
schweren Kِörpergewicht auf mich gesetzt. Ein Polizist hat mir den Dreck
vom Boden in dem Mund gestopft und mir meine Nase und den Mund
zugehalten, sodass ich keine Luft mehr bekam. Ein anderer hat mir den
Hals und die Hände von hinten verdreht. Jetzt saßen alle vier Polizisten
auf mir und haben mich am Oberschenkel gekniffen. Sie haben mir dann auf
gehässige und brutale Weise Handschellen an die Handgelenke gelegt. 25
bis 30 Personen standen herum und haben den Vorgang beobachtet. Die
Menschen haben sich über das Verhalten der Polizisten beschwert. Einer
hatte mit seiner Handykamera den Vorfall dokumentiert. Sie haben immer
wieder betont, dass ich nichts mit dem eigentlichen Vorfall zu tun habe,
und gefragt, was die Polizei denn von mir wolle. Meine Freundin wurde
von einer Polizistin geschubst, als sie näher kam. Jeder, der näher kam,
um zu schlichten, wurde von den Polizisten verscheucht. Die Polizisten
wollten weder zuhören, noch mit ihrer Gewalt gegen mich aufhören. Die
Gewalt der Polizisten war so brutal, dass ich mich übergeben musste.
Erst als die Leute sich mehrfach über dieses menschenverachtende
Verhalten der Polizisten beschwerten, ließen die Polizisten nach. Dann
sagten sie, dass ich mich ausweisen solle. Da ich vorhatte, mich nur
kurz draußen aufzuhalten, hatte ich keinen Ausweis dabei, konnte mich
also nicht ausweisen. Ich hatte nur eine Jogginghose und eine Jacke an
und hatte nicht vorgehabt auf die Polizei zu treffen. Während ich auf
dem Boden saß, habe ich meine Begleiterinnen gebeten, die Schlüssel aus
meiner Jackentasche zu fischen, um nach Hause zu fahren und meine
Ausweispapiere zu holen. Kurz nachdem drei Polizisten meine Tasche
durchsucht hatten, haben sie mich zum Polizeieinsatzwagen gebracht. Eine
Polizistin sagte mir, ich solle mich “auf meinen Po setzen“, in den
Polizeiwagen. Ich wurde zum Polizeirevier Mainz-Kastel gebracht und saß
eine halbe Stunde mit Handschellen auf einem Stuhl. Währenddessen stand
die Polizistin, die das Ganze veranlasst und ausgeführt hatte, in
provokativer Art und Weise mir gegenüber, hat eine Zigarette aus einer
Schachtel gezogen und mich ausgelacht. Ich war erstaunt über das
unfassbare Verhalten und die provokative Art der Polizistin und habe
kein Wort gesagt. Nach einer halben Stunde kam ein anderer Polizist des
Reviers und hat mit Hilfe des Polizisten, der mir den Dreck in den Mund
gestopft hatte, meine Jacken- und Hosentaschen durchsucht und mich
anschließend in den Keller in eine Zelle gebracht. In der Zelle wurde
ich noch einmal gründlich durchsucht. Meine Schuhe und Jacke wurden mir
abgenommen. Als sie den Raum verlassen wollten, sagte ich ihnen, dass
ich auf die Toilette gehen wollte, da es mir schlecht ging. Die zwei
Polizisten haben meine Wünsche nicht beachtet und die Türen hinter sich
zugeschlossen. Durch die Gewalt und die Schmerzen, die mir zugefügt
wurden, ging es mir so schlecht, dass ich mich dort innerhalb von 30
Minuten zweimal übergeben musste. Keiner kam, die Tür war geschlossen
und wurde geschlossen gehalten. Nach über 30 Minuten öffneten zwei
Polizisten die Tür. Einer sagte mir drohend: „Jetzt kennen wir Sie“.
Meine Begleiterinnen waren mit den Papieren gekommen und holten mich ab.
Später habe ich mich mit den Leuten in dieser Strasse unterhalten.
Einige sagten mir, die Polizistin mit ihre ausländerfeindlichen Haltung
sei in dieser Gegend bereits bekannt. Ich bin mit Bekannten ins
Krankenhaus gefahren und wurde dort medizinisch untersucht. Laut dem
medizinischen Bericht hatte ich Schwellungen an den Handgelenken, einen
Bluterguss an den Schultergelenken und Muskelüberdehnungen Ich empfinde
diesen willkürlichen Einsatz der Polizei als einen rassistschen Angriff
auf meine Person, der die Eskalation im Laden gesehen hatte und
lediglich schlichten wollte. Ich halte es für wichtig, diesen Vorfall
öffentlich zu machen und solches Verhalten nicht einfach hinzunehmen.
Mit der Hoffnung, dass die Justiz und Politik, diese häufig
vorgekommenen Vorfälle verhindert und umso besser die allgemeine Haltung
der Gesellschaft für Recht und Ordnung unterstüzt. Ich habe Anzeige
erstattet und warte die weiteren Entwicklungen ab. Bitte kontaktieren
Sie mich für weitere Informationen.

Kontaktinfos über diskursiv ÄT riseup.net

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Offener Brief an Elternreferat zu Veranstaltung mit Monika Ebeling http://diskursiv.blogsport.de/2013/01/11/offener-brief-an-elternreferat-zu-veranstaltung-mit-monika-ebeling/ http://diskursiv.blogsport.de/2013/01/11/offener-brief-an-elternreferat-zu-veranstaltung-mit-monika-ebeling/#comments Fri, 11 Jan 2013 17:53:23 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2013/01/11/offener-brief-an-elternreferat-zu-veranstaltung-mit-monika-ebeling/ Hallo Rebecca, Gitta und Sebastian,

zuerst einmal möchten wir Euch sagen, dass wir uns über die Existenz des neu gegründeten Elternreferates freuen und dass Ihr Euch bereit erklärt habt, die Aufgaben des Referates zu stemmen. Ebenso freuen wir uns darüber, dass Ihr auch inhaltliche Veranstaltungen organisiert.

Etwas gewundert haben wir uns allerdings über die Ankündigung zu dem Vortrag mit Monika Ebeling am kommenden Montag.
Dass Monika Ebeling umstritten ist, ist Euch wohl, wie man an der Verlinkung auf Eurer Seite erkennen kann, bekannt.
Zum Thema der Veranstaltung können wir sagen: Auch wir finden, dass Männer und Frauen einen ausgeglichenen Beitrag zur Kindererziehung erbringen sollen und sollen dürfen.
Eure Wahl für Monika Ebeling als Referentin ist für uns jedoch schwer nachvollziehbar aufgrund ihrer zahlreichen reaktionären Positionen.

Dazu einige Beispiele:
Thema Abtreibung: Über das Pro und das Contra lässt sich sicherlich diskutieren, unserer Ansicht nach ist es jedoch schon lange geschlechtlicher Konsens, dass die Entscheidung über die Abtreibung bei der Frau liegt, da es sich schließliche um den Körper der Frau handelt, in dem das Kind ausgetragen wird. Bei ihrem Argument, der Vater solle mit über eine Abtreibung entscheiden, muss dann auch die reale Konsequenz mitgedacht werden, dass eine Frau das Kind gegen ihre eigenen Willen aber mit dem Willen des Vaters austrägt. [siehe Vortrag Ebeling, S. 7, siehe ebenso Interview mit René Kuhn, S. 8, indem sie äußert, Frauen seien durch den Paragraph 218 zu „Herren“ über Leben und Tod geworden]. (Dass Monika Ebeling überhaupt mit René Kuhn von der IG Antifeminismus ein solch unkritisches Interview führt, finden wir ebenso fragwürdig.)

Thema Missbrauch/Gewalt: Wir halten Ebelings Strategie, Gewalt und Missbrauch von Frauen mittels der von ihr in angeblich ebenso hohen konstatierten existierenden Gewalt/Missbrauch von Frauen an Männern für gefährlich. Hier ein Zitat von ihrem Blog geschlechterdemokratie: „Sie üben Gewalt aus auch gegen Männer, nämlich zu gut 50%. Studien hierzu gibt es seit Jahrzehnten. Mädchen sind zunehmend gewaltbereit.“ Einen Hinweis auf die von ihr erwähnten Studien gibt es nicht.Männer und Frauen erscheinen als grundsätzlich sich ggü. stehende verfeindete Gruppen dargestellt. Ihre Argumentation zielt außerdem darauf ab Gewalt gegen Frauen kleinzureden, indem sie äußert, es gäbe ja auch Gewalt gegen Männer. Das mag sein, macht die Gewalt gegen Frauen aber nicht wneiger dramatisch. Eine solche Argumentation ist nicht nachvollziehbar, nicht wissenschaftlich und unseres Erachtens Unfug. Wie sollen wir uns die Situation vorstellen, wenn Monika Ebeling ihre Thesen vor Frauen/Mädchen vorstellt, die wirklich Erfahrungen mit Vergewaltigung und Missbrauch erlebt haben? Ist das nicht blanker Hohn ihnen gegenüber?

Thema Gender Pay Gap: Immer wieder betont Monika Ebeling, dass sich der Gender Pay Gap (http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Pay_Gap) bis auf wenige Prozentpunkte auf normale Präferenzen herunterspielen lässt. Frauen würden nunmal weniger arbeiten wollen und würden dementsprechend weniger Geld bekommen. Außerdem würden sich viele Frauen eher für Kind und Familie entscheiden und kämen daher für die obersten, gut bezahlten Posten in Politik und Wirtschaft nicht in Frage. Unserer Meinung nach ist das eine Form von Gender-Essentialismus, als sei es Frauen angeboren sich nun mal mehr für Frauen und Kinder zu interessieren, mit dem wir uns nicht einverstanden erklären!
Anstatt mit den Schultern zu zucken und zu sagen: Frauen sind nunmal so, sollte man sich eher mit der Frage auseinandersetzen, welche sozialen Mechanismen es sind, die Frauen im Gegensatz zu Männern hinter den Herd zwingen. Und wie man für Männer die Entscheidung für Kind und Familie attraktiver machen kann. Dass es eben oft eine finanzielle Entscheidung ist, die dazu führt dass die Frau Zuhause bleibt und nicht ihr männlicher Partner, wird von ihr mit der Leugnung des Pay Gap vollkommen ignoriert und verhindert eine fortschrittliche Diskussion.
Zwar beklagt Monika Ebeling immer wieder, dass Männer aus dem Familienleben gedrängt werden, aber im Umkehrschluss sind ihr die Schwierigkeiten von Frauen im Berufsleben offensichtlich egal, sonst würde sie sich nicht so ausgiebig gegen Kitas und öffentliche Kinderbetreuung äußeren, die sie mit der Gleichschaltung in totalitären Regimen vergleicht.

Wenn es bei dem Vortrag (so erscheint es uns zumindest) um das Thema Sorgerecht geht, dann wäre es doch möglicherweise sinnvoll, juristische Expert/Innen einzuladen, die berufliche Erfahrung in diesem Bereich gesammelt haben. Monika Ebeling setzt sich mit den juristischen Grundlagen nämlich nicht auseinander. In ihrem Fall geht es vielmehr um eine ideologische Aufladung der Thematik, die die jeweiligen individuellen Einzelfälle außer Acht lässt. Sie ignoriert auch die Tatsache, dass Frauen nachwievor in der Gesellschaft als die idealen „Erzieherinnen“ kleiner Kinder gesehen werden und deswegen von Gerichten mit dem Sorgerecht bedacht werden. Wer also möchte, dass Männer auch Erzieher werden und Frauen gleiche Chancen im Berufsleben haben ist Feminist_in. Dass Ebeling diese Thematik so darstellt, als wären es Feminist_innen, die sich erbittert gegen den Mann in der Familie wehren finden wir verlogen und hetzerisch.

Sollte mit der Einladung von ihr als Rednerin von Euch bewusst eine Kontroverse gewollt sein, so sehen wir dies zum einen aus den eben genannten Gründen als nicht gelungen an, sondern auch, weil nicht noch andere RednerInnen z.B. zu einer Podiumsdiskussion geladen sind. Jetzt besteht nur noch die Möglichkeit als kritische Zuhörer/in zu kommen. Jegliche Kritik an Ebelings Thesen wird jedoch mit Sicherheit für sie astrein in ihr Weltbild eingepasst und sie keineswegs dazu inspirieren, ihre Äußerungen einmal zu überdenken. In ihrem Blog geschlechterdemokratie lässt sich gut verfolgen, wie ihre gegenüber kritische Stimmen einfach in ihre Argumentation gebettet werden. Ähnlich verhält es sich mit Arne Hoffmann, der sich bereits als eingeladen betrachtet und die „radikalen IdeologInnen“ als Gäste erwartet. Wie auf seinem Blog (genderama) zu lesen ist, habt Ihr ihn offensichtlich persönlich eingeladen. Uns würde interessieren, in welcher Funktion er die Veranstaltung besuchen soll, als Experte etwa?

Aus den oben genannten Gründen finden wir eine Veranstaltung mit Monika Ebeling nicht tragbar. Dass ihren ideologischen Positionen (zu einem Thema zu dem es sicherlich auf SACHLICHER Ebene Informations- und Handlungsbedarf gibt) ein Podium geboten wird, erachten wir als erschreckend.
Deshalb fordern wir Euch dazu auf die Veranstaltung abzusagen. Darüber hinaus bitten wir Euch, als gesamtes Elternreferat, um eine inhaltliche Stellungnahme dazu, warum Ihr Monika Ebeling als Referentin gewählt habt und wie Ihr zu ihren (oben genannten) Positionen steht. Fordert Ihr eine Einschränkung des Rechts von Frauen auf Abtreibung? Findet Ihr, dass der Gender Pay Gap eine Erfindung ist? Wie steht Ihr zu Monika Ebelings These, dass ein großer Teil der Missbrauchsvorwürfe von Frauen/Mädchen gegen Männer entweder erfunden oder übertrieben werden und dass Frauenhäuser daher nicht benötigt werden? Und was haltet ihr von dem Plan Eltern mit der Erziehung von Kleinkindern allein zu lassen und Kitas einzuschränken/abzuschaffen?

Viele Grüße,
die HSG diskursiv

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FREIHEIT FÜR VICDAN! http://diskursiv.blogsport.de/2012/11/09/freiheit-fuer-vicdan/ http://diskursiv.blogsport.de/2012/11/09/freiheit-fuer-vicdan/#comments Thu, 08 Nov 2012 23:04:33 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2012/11/09/freiheit-fuer-vicdan/
KUNDGEBUNG: Samstag, den 10. November 2012
um 14:00 Uhr, Hauptbahnhof Mainz

Anerkannter Flüchtling aus Mainz soll an die Türkei ausgeliefert werden.

Frau Vicdan Sahin Özerdem ist anerkannt als Konventionsflüchtling und lebt seit ca. acht Jahren mit ihrem Ehemann und ihrem sieben jährigen Sohn in Mainz. In der Türkei arbeitete sie als Journalistin und wurde aufgrund regimekritischer Artikel zu 30 Jahren Haft verurteilt. Zehn Jahre davon musste sie im türkischen Gefängnis unter Folter erleiden. Nachdem die Familie sich bei Mainzer Behörden erkundigte, ob ein Familienurlaub in Kroatien riskant sei und dies verneint wurde, verbrachten sie ihren Urlaub in Kroatien. Dort wird sie nun aufgrund eines
Interpol-Haftbefehls seit 25. Juli festgehalten. Am 14.09.2012 hat das Gericht in Dubrovnik beschlossen Vicdan an die Türkei auszuliefern. Nach einer Zeit im Gefängnis, befindet sie sich momentan in Arrest und kann nicht ausreisen bis das Revisionsverfahren abgeschlossen ist.
Ihr gesundheitlicher Zustand ist besorgniserregend: Sie leidet aufgrund ihrer Erfahrungen im Gefängnis an einer posttraumatischen
Belastungsstörung und dem Wernicke-Korsakoff-Syndrom (Ursache hierfür ist ein 186 Tage andauernder Hungerstreik im türkischen Gefängnis, an dem Vicdan sich damals beteiligte).

Nachdem sich Familie und Freunde erstmals an die Forderung des UNHCR hielten und die Ereignisse nicht in die Öffentlichkeit trugen, wird seit dem Gerichtsurteil versucht eine möglichst breite öffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen. So findet beispielsweise jeden Freitag um 16:30 Uhr eine Mahnwache für Frau Özerdem vor dem Mainzer Hauptbahnhof statt.

Detaillierte Information könnt Ihr in diesem Blog nachlesen.

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http://diskursiv.blogsport.de/2012/11/09/freiheit-fuer-vicdan/feed/
Comite Cerezo aus Mexiko in Mz/Wi http://diskursiv.blogsport.de/2012/09/02/comite-cerezo-aus-mexiko-in-mzwi/ http://diskursiv.blogsport.de/2012/09/02/comite-cerezo-aus-mexiko-in-mzwi/#comments Sun, 02 Sep 2012 10:02:21 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2012/09/02/comite-cerezo-aus-mexiko-in-mzwi/ Soziale Kontrolle und die Unterdrückung der
Menschenrechte durch den mexikanischen Staat

Vortrag, Infos und Raum für Fragen und Diskussion gibt es:
Do. 6.8. im Infoladen Wiesbaden, 18 Uhr Küfa (Küche für alle), 19 Uhr Vortrag.
(infoladen-wiesbaden.de)
Fr. 7.8. im Antiquartiat am Ballplatz, Mainz ab 19 Uhr. (Ballplatz 5b)

Wir laden ein zu einem Besuch der beiden Brüder Alejandro und Antonio Cerezo vom Comite Cerezo, einer Organisation die sich für politische Gefangene in Mexiko einsetzt. Nachdem die beiden selbst, aufgrund eines angeblichen Bombenanschlags eine unrechtmäßige und schwere Haft hinter sich haben, ist das für die Geschwister Cerezo gegründete Comite Cerezo mittlerweile in ganz Mexiko tätig um sich gegen die Kriminalisiserung von sozialen Protesten und Folter einzusetzen. Sie werden von der Situation in Mexiko, dem aktuellen „Krieg gegen die Drogen“ berichten sowie von ihrer Arbeit und auch ihren persönlichen Erfahrungen.
Die beiden sind auf einer Rundreise durch Deutschland, weil sie Anfang September den Aachener Friedenspreis bekommen (Infos: http://www.aixpaix.de/mexiko/pbi_schuetzt_cerezo.html. Übrigens neben der ebenfalls spannenden Gruppe Borderline Europe. )

Eine Veranstaltung von Carea e.V. (carea-menschenrechte.de) und der Roten Hilfe Wiesbaden.

ComiteCerezoPlakat

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http://diskursiv.blogsport.de/2012/09/02/comite-cerezo-aus-mexiko-in-mzwi/feed/
Solidarität mit den Menschen aus OA7 http://diskursiv.blogsport.de/2012/08/28/solidaritaet-mit-den-menschen-aus-oa7/ http://diskursiv.blogsport.de/2012/08/28/solidaritaet-mit-den-menschen-aus-oa7/#comments Tue, 28 Aug 2012 11:12:59 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2012/08/28/solidaritaet-mit-den-menschen-aus-oa7/ diskursiv erklärt sich erneut solidarisch mit den Leuten aus dem Haus-Projekt der Oberen Austraße 7. Das Projekt war eine Bereicherung für das politische und kulturelle Leben, offen für alle und vor allem für marginalisierte und finanziell schwächer gestellte Menschen.

Wir verurteilen die Räumung! Die Begründungen von Stadt und Stadtwerken betrachten wir als vorgeschobene Ausreden. die „Legalisierungsmöglichkeiten“ für das Projekt wurden von Seiten der Stadt nicht ausgeschöpft. Das zeigt den fehlenden Willen der Stadt zur Kooperation, im Gegensatz zu den Menschen aus der Oberen Austraße 7. Im Gegenteil: Durch Erteilung des Strafantrags wurde v.S.d. Stadtwerke auf die heutige fatale „Lösung“ hingewirkt. Tatsächlich fehlt es der Stadtverwaltung an Willen und offensichtlich auch an Mut, sich mit einer in dieser Stadt mittlerweile stark präsenten kritischen Masse auseinander zu setzen. Während Sondergenehmigungen aller Art für gewinnbringende Unternehmungen in dieser Stadt an der Tagesordnung sind (wie sich gerade bei den aktuell vorverlegten(!) Verhandlungen zum Zollhafen zeigt *), stehen die Ohren auf Durchzug bei einem Projekt wie der Oberen Austraße 7, wo die Stadt bei Verzicht auf eine Räumung ganze 100.000 Euro ** hätte sparen können.

Schade für die Stadt, denn die lauter werdende Kritik hat nun erst angefangen!

Siehe auch: Rede zur Freiraumdemo am 25.8.2012

* siehe hier
** Angabe aus der Mainzer Rhein Zeitung

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Drei Wochen ist es her, dass wir auf der Nachttanzdemo auf die problematischen Mainzer Verhältnisse hingewiesen haben. Von den leuchtenden Lichteffekten zur Untermalung der Demo scheint die Stadt und Presse allerding so irritiert gewesen zu sein, dass unser Anliegen nicht verstanden wurde. Deswegen sind wir heute extra nochmal hier (am Rathaus) vorbeigekommen um es noch einmal zu erklären.

Wir sind nicht gegen eine Verbesserung der Lebensverhältnisse. Wir sind sind auch nicht dagegen, wenn Häuser oder ganze Stadtteile renoviert werden.
Aber, wir sind dagegen, wenn das dazu führt, dass diese Verschönerung des Lebens nur für jene gilt, die es sich leisten können. Und schlimmer noch wenn es zu einer Verschlechterung für diejenigen führt, die es sich nicht leisten können. Die steigenden Mieten in der Neustadt stehen unter anderem im Zusammenhang mit dem Luxusausbau des Zollhafens, wo neben der Kunsthalle eine Sportbootanlegestelle und ein Weinzentrum gebaut werden. Wer soll diesen Wein eigentlich trinken? Diese Entwicklungen führen zur Vertreibung von finanziell schwächer Gestellten aus dem Zentrum der Stadt und drängen sie noch weiter ins Abseits. Alternative und kostenfreie Freizeitgetaltung, wie die Bunte Liga oder das Nutzen des Winterhafens als Erholungsraum, wird immer schwerer realisierbar.
Räumlichkeiten für eigenständig gestartete politische oder kulturelle Initiativen sind von Seiten der Stadt offensichtlich nicht erwünscht – was sich am Ausgang der Gespräche der Stadt mit dem Neutorschulen-Bündnis zeigte. Die wenigen weiteren Projektve wie zum Beispiel das Haus Mainusch sind nach wie vor in Gefahr.

Dieser Entwicklung wollen wir etwas entgegensetzen. Wir nehmen uns unser Recht auf die Stadt. Wir fordern und nehmen uns die Freiräume, die wir brauchen, um wenigstens zeitweise und hoffentlich irgendwann ganz und gar den kapitalistischen Verhältnissen zu entkommen. Diese Verhältnisse bestehen für uns aus Konsumzwang und der Vorrangstellung der Wirtschaft vor den Menschen.
So haben wir die scheinbar himmelschreiende Dreistigkeit besessen, ein verkommenes, leeres, seit Jahren ungenutzes Haus in unattraktiver Stadtlage zu beziehen. Wir sind dabei, es wieder in Stand zu setzen und haben dafür gesorgt, dass es ein Raum ist, der für alle zur freien Entfaltung offen ist, der zum Lernen und sich frei Ausprobieren genutzt werden kann und genutzt wird.

Neben den Beteuerungen von allen Seiten, wie gut und wichtig ein solches politisches und kulturelles Projekt, wie die Obere Austraße 7 für Mainz sei, soll diesem nun ein Ende gesetzt werden. Die Begründung lautet: die Art und Weise des Einzugs sei ein „illegaler Akt“ gewesen. Angeblich haben wir uns nicht an die demokratischen Spielregeln gehalten. Angeblich haben wir Eigentumsrechte verletzt.

Wessen demokratische Spielregeln?
Entschuldigung, aber ein Nein von einem mit nur 33% Wahlbeteiligung legitimierten Oberbürgermeister können wir wirklich nicht für voll nehmen.
Wessen Eigentumsrechte?
Das Recht der Stadtwerke auf ein vergilbtes Blatt Papier? Das Recht der Stadtwerke auf ein Haus, dass die Stadtwerke selbst verfallen lassen – während in Mainz Wohnungsmangel besteht.

Liebe Stadtverwaltung! Ihr habt immer noch nicht verstanden worum es uns geht!
Eure Antworten und Lösungsvorschläge zeigen dies deutlich.
Eure Kulturdezernentin Grosse hat einen Arbeitskreis zur Suche nach Räumlichkeiten für Projekte wie das unsere eingerichtet. In diesem Arbeitskreis sitzen der Unternehmer-Verein City-Management. Dieser wirbt auf seiner Homepage damit, dass sie die Innenstadt konsumfreundlicher machen wollen, indem sie in Weihnachtsbeleuchtung und einen einheitlichen Staßenbelag in der Innenstadt investieren. Das finanzieren sie übrigens zu einem Drittel aus städtischen Geldern – während die Stadt für so unwichtige Dinge sozialen Wohnungsbau nichts übrig hat.

Die SPD brüstet sich damit, sich für die Umwandlung der Komißbrotbäckerei in der Rheinalle einzusetzen. Schön. Seit Jahren tut sich hier nichts. Da das Gelände dem Bund gehört, kann man hier die Verantwortung wunderbar zur Seite schieben. Dazu ist noch völlig offen zu was das Gelände denn dann irgendwann einmal umgebaut werden soll. In der Presse ist nämlich nichts von einem sozio-kulturellem Zentrum zu lesen, sondern von einer Gesamtschule.

Haltlose Begründungen von Seiten der Stadtwerke bezüglich der Einsturzgefahr und Baufälligkeit, die widerlegt wurden, zeigen uns, dass man sich hier nicht um unsere Sicherheit sorgt, sondern, das Ausreden gesucht werden. Dass nämlich das freie Entstehen eines sozialen Zentrums wie der Oberen Austraße von Seiten der Stadt nicht gewünscht ist. Dies traut sich nur niemand auszusprechen.

Liebe Stadt, Herr Ebling, Frau Grosse und Co.

Wir lassen uns nicht verarschen, wir lassen uns nicht hinhalten. Wir bleiben in der Oberen Austraße, und wenn ihr meint uns räumen zu müssen, dann gehen wir eben wo anders hin.
Leerstehende und ungenutzte Häuser gibt es in dieser Stadt genug.


Auch toll! Die Diskursiv Rede bei der Nachtanzdemo 2012!

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http://diskursiv.blogsport.de/2012/08/26/rede-von-diskursiv-auf-der-freiraeume-verteidigen-demo/feed/
Bici-maquinas „Strom“ mit dem Fahrrad – Workshop. Vortrag. Film. http://diskursiv.blogsport.de/2012/08/13/bici-maquinas-strom-mit-dem-fahrrad-workshop-vortrag-film/ http://diskursiv.blogsport.de/2012/08/13/bici-maquinas-strom-mit-dem-fahrrad-workshop-vortrag-film/#comments Mon, 13 Aug 2012 18:21:48 +0000 diskursiv Allgemein http://diskursiv.blogsport.de/2012/08/13/bici-maquinas-strom-mit-dem-fahrrad-workshop-vortrag-film/ Planänderung: Bici-maquinas Vortrag
schon diesen Sonntag (19.8.)

um 19 Uhr in der Oberen Austraße 7

Weil der Workshop zeitlich etwas knapp bemessen ist, hat Draks, der
Aktivist aus Mexiko, darum gebeten, dass wir uns schon am Abend vor dem
Workshop (also diesen Sonntag) treffen. Er wird dann einen kleinen
Vortrag darüber halten, wie sein Projekt in Oaxaca, La Cacita, dazu kam
die Bicimaquinas zu bauen, welche Bedeutung sie in dieser Region haben
und dazu auch einen kleinen Filmausschnitt zeigen. Anschließend werden
wir besprechen, wie wir in den folgenden Tagen selber den Fahrrad-Mixer
bauen werden.

Also, wenn ihr zum Workshop am Montag kommen möchtet, wärs praktisch,
wenn ihr auch am Sonntag schon Zeit habt und vorbei schaut. Wer nicht
zum Workshop will/kann, aber trotzdem den Vortrag hören möchte, ist
natürlich auch eingeladen am Sonntag zu kommen.

Nächste Woche kommt uns Drax, ein Aktivist aus Oaxaca, Mexico besuchen. Er macht eine Rundreise durch Deutschland um über die Arbeit des Kollektivs La Cacita zu berichten. Die bauen in Gemeinden mit den Leuten vor Ort sog. Bici-maquinas, Fahrräder mit denen kleine Maschinchen betrieben werden können, was den Lebensalltag sehr erleichtert. Er wird aber auch von den Kämpfen vor Ort berichten, gegen Mega-Projekte wie Windparks, an denen gerade auch Deutschland und deutsche Unternehmen beteiligt sind.

Es gibt einen Workshop/Vortrag um eine solche Bici-Maquina mit Mixer zu bauen. Treffen ist Mo. 20.8. um 11 Uhr am Uni Bike (Uni-Campus, Jakob-Welder Weg zwischen Wohnheim und Musik-Hochschule) (bei schlechtem Wetter Umzug in den Mainusch Anbau). Drax wird einleitend erst mal von seiner Arbeit und der Situation in Mexiko berichten, danach vorstellen wie wir den Fahrrad-Mixer bauen, dann geht es gegen Mittag-Nachmittag mit dem Material vorbereiten, Schweißen, Bauen los. Material ist vorhanden (mit Dank ans Uni-Bike). Der Workshop geht drei Tage, bis zum 22.8. Über Uhrzeiten können wir uns am Montag nochmal unterhalten, wenn wir wissen wie viele Leute (mit welchen Arbeitszeiten) wir sind. Wir kümmern uns um kleine Snacks für Zwischendurch, aber freuen uns auch über mitgebrachte Salate, Brote, etc. Damit wir ein bisschen planen können, freuen wir uns, wenn ihr euch unverbindlich meldet bei: bici-maquinas-mainz@riseup.net

Am Mi. 22.8. 20 Uhr zeigen wir im der Oberen Austraße 7 den Film „die Kraft der Schmetterlinge“, der Bericht einer Reise durch Zentralamerika, in welchem verschiedene Kämpfe und Widerstände, Organisationen und Kollektive vorgestellt werden. Eines davon ist La Cacita. (Falls es Raumänderungen gibt, werden die hier auf der Homepage bekannt gegeben)

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