Fra­gen glo­ba­ler Er­näh­rung – Ver­an­stal­tungs­rei­he von dis­kur­siv in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Öko-​Re­fe­rat des AStA Uni Mainz
4. – 22. Juni 2012

Wir können uns nicht satt-essen.

In großen Teilen der „modernen“ Industriestaaten sind Lebensmittel heute in nie dagewesener Menge und Vielfalt verfügbar, doch eine konsequent ethische wie ökologisch verantwortungsbewusste Ernährung scheint beinahe unmöglich.

Fragen und Probleme rund um das Thema Lebensmittel sind vielfältig und komplex:

Sie betreffen unter anderem Hungersnöte, irreversible ökologische Schäden, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, Gentechnik, Nahrungsmittelspekulationen, aber auch regionale Landwirtschaft und individuelle Anbauprojekte. Hinter unserer täglichen Mahlzeit stehen politische, soziale und wirtschaftliche Prozesse, die eng miteinander verflochten sind. Produktion, Handel und Konsum von Nahrungsmitteln lassen sich heute nicht von Machtverhältnissen und
Abhängigkeiten trennen. Unter diesen Bedingungen stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Ernährung noch Privatsache sein kann?

Ma­rie-​Mo­ni­que Robin – Mons­an­to. Mit Gift und Genen (Film)

Der US-​Kon­zern Mons­an­to ist mit sei­nen Nie­der­las­sun­gen in 46 Län­dern welt­wei­ter Markt­füh­rer für gen­tech­nisch ver­än­der­te Or­ga­nis­men (GVO) ge­wor­den. Dar­über hin­aus ist das Un­ter­neh­men aber auch eines der um­strit­tens­ten der In­dustrie­ge­schich­te. Der Do­ku­men­tar­film der fran­zö­si­schen Jour­na­lis­tin Ma­rie-​Mo­ni­que Robin er­klärt, worum es bei gen­tech­nisch ver­än­der­ten Or­ga­nis­men geht. Am Ende steht die Frage, ob „Mons­an­to“-​Pro­duk­te Fluch oder Segen für die Mensch­heit sind.

Jörg Berg­stedt – Mons­an­to auf Deutsch

In den USA ist Mons­an­to be­rüch­tigt für un­lau­te­re Ge­schäfts­pra­xen und seine Ver­stri­ckun­gen mit den Auf­sichts­be­hör­den. Jörg Berg­stedt wagt in sei­nem Vor­trag einen Blick hin­ter die Ku­lis­sen in Deutsch­land. Dabei of­fen­bart sich hier­zu­lan­de ein ähn­li­ches Zu­sam­men­spiel von Wirt­schaft und Po­li­tik. Die brei­te Ab­leh­nung der Gen­tech­nik durch die Be­völ­ke­rung geht in die­sen Ma­chen­schaf­ten je­doch unter.

Audio

Mar­kus Henn – Nah­rungs­mit­tel­spe­ku­la­tio­nen

Der Han­del an Roh­stoff­ter­min­bör­sen spielt glo­bal, aber auch in Eu­ro­pa eine immer wich­ti­ge­re Rolle. An die­sen Bör­sen hat zu­gleich die Spe­ku­la­ti­on von Fi­nanz­in­ves­to­ren/Innen stark zu­ge­nom­men. Mit ihren Wet­ten, meist auf stei­gen­de Prei­se, ver­ur­sa­chen diese In­ves­to­ren/Innen die Preis­spit­zen und -​schwan­kun­gen mit, von denen sie an­geb­lich nur pro­fi­tie­ren. Als Folge zwei­er Preis­spit­zen in den Jah­ren 2007/08 und 2010/11 sind da­ge­gen Hun­ger und Armut in der Welt stark an­ge­stie­gen. In der EU und den USA lau­fen der­zeit Ge­set­zes­re­for­men, die der Spe­ku­la­ti­on Gren­zen set­zen könn­ten.

Audio


Meenz Glo­bal – Stadt­rund­gang mit glo­ba­ler Per­spek­ti­ve

Meenz Glo­bal gibt einen in­ter­ak­ti­ven Stadt­rund­gang zum Kon­sum im All­tag. Diese er­näh­rungs­be­zo­ge­nen The­men wer­den beim Stadt­rund­gang in ihre glo­ba­len Zu­sam­men­hän­ge ge­stellt.

Heike Kam­mer – Ko­lum­bi­en. Palm­öl­an­bau oder Ein Recht auf Er­näh­rung

Brot­auf­strich, Bio­sprit, Kos­me­tik – Palm­öl steckt in vie­len täg­lich ver­wen­de­ten Pro­duk­ten. Doch für den Anbau von Palm­öl wer­den Re­gen­wäl­der ab­ge­holzt und in­di­ge­ne Ge­mein­den von ihrem Land ver­trie­ben. Men­schen, die sich für Um­welt­schutz und ihr Land­recht ein­set­zen, wer­den be­droht oder ver­schwin­den. Heike Kam­mer (FIAN – Food First In­for­ma­ti­ons-​ und Ak­ti­ons-​Netz­werk) wird an­hand eines Fall­bei­spiels die kon­kre­ten Zu­sam­men­hän­ge dar­stel­len und mit dem Pu­bli­kum über „faire“ Hand­lungs­mög­lich­kei­ten, die in Deutsch­land vor­han­den sind, spre­chen.

Audio

Sven­ja Nette – Urban Far­ming

Die Rück­kehr der Agrar­wirt­schaft in die Stadt rückt zu­neh­mend ins In­ter­es­se von Wis­sen­schaft und Öf­fent­lich­keit. Ob es sich um klei­ne, un­ab­hän­gi­ge Gar­ten­pro­jek­te oder durch Mi­kro­kre­di­te fi­nan­zier­te Pflanz­pro­jek­te han­delt: die Nähe zwi­schen Pro­du­zie­ren­den und Ver­brau­chen­den steht im Mit­tel­punkt. Die­ser Vor­trag lie­fert eine Ein­füh­rung und klärt über ein­zel­ne An­sät­ze und Me­tho­den auf.

Audio

Mar­kus Kel­ler – Wie un­se­re Er­näh­rung das Klima be­ein­flusst – und was wir da­ge­gen tun kön­nen

Nie­mand isst für sich al­lein. Die Art und Weise un­se­rer Er­näh­rung hat glo­ba­le Aus­wir­kun­gen – auf Mensch, Tier und Um­welt. Ins­be­son­de­re die welt­wei­te Tier­hal­tung trägt maß­geb­lich zum Kli­ma­wan­del bei. Der Er­näh­rungs­wis­sen­schaft­ler Dr. Mar­kus Kel­ler (IFANE – In­sti­tut für al­ter­na­ti­ve und nach­hal­ti­ge Er­näh­rung) wird zei­gen, wel­che Be­rei­che „vom Acker bis zum Tel­ler“ be­son­ders kli­ma­re­le­vant sind – und wie wir mit ein­fa­chen Schrit­ten un­se­ren per­sön­li­chen Bei­trag zum Kli­ma­schutz leis­ten kön­nen.

An­drea Fink-​Keß­ler – Milch­kon­sum

Ob pur, im Café au lait oder in ver­fei­ner­ter Form im Käse: Milch ist aus un­se­rer Er­näh­rung nicht mehr weg­zu­den­ken. Aber ist sie auch ge­sund? Für An­drea Fink-​Keß­ler (Büro für Agrar-​ und Re­gio­nal­ent­wick­lung Kas­sel) ist aus einem leicht ver­derb­li­chen Nah­rungs­mit­tel ein immer ver­füg­ba­rer und höchst um­strit­te­ner Roh­stoff ge­wor­den.

Audio